Termine Kirche Team Gästebuch Kontakt


Marienverehrung

Johannes Bosco

Maria-Hilf Rosenkranz

Predigten

Pilgeranmeldung

Gaststätten

Predigt

Patrozinium Mariä Geburt

Maria, Wegbegleiterin und Vorbild

Vielleicht haben Sie schon einmal eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen. Noch vor Jahren pilgerten sehr viele per Flugzeug nach Israel, in die goldene Stadt Jerusalem. Heute ist es leider kaum mehr möglich. Die großen Reiseunternehmen wollen kein Risiko eingehen. Die vielen Terroranschläge und die unsichere Lage im nahen Osten schrecken viele ab. Das ist schade, denn die Orte zu besuchen und dort zu beten, an denen Jesus lehrte und wirkte und sich die Apostel oder die Urchristen versammelten, sind prägende geistliche Erlebnisse. Noch während des Studiums konnte ich mit einer kleineren Gruppe eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternehmen. Einiges dort ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. So möchte ich Sie durch eine kleine Gedankenreise an zwei Orte führen, die mich beeindruckt haben, an die ich immer wieder denke. Sie befinden sich in Jerusalem. Den schönsten Blick auf die heilige Stadt hat man vom Ölberg aus, jenen Ort an den sich Jesus kurz vor seinem Leiden zurückgezogen hatte. Dort befinden sich viele Heiligtümer und von einer Kirche aus sieht man unter sich das Kidrontal mit seinen Prophetengräbern und Gotteshäusern. Auf der gegenüberliegenden Seite dieses Tales erhebt sich der Tempelberg mit dem Felsendom, dem drittgrößten Heiligtum des Islam, die strahlend goldene Kuppel findet man in jedem Israelreiseführer. Die dunklen Kuppeln der Grabeskirche markieren hinter dem Tempelberg Golgotha, jenen Felsen, auf dem Jesus gekreuzigt wurde. Von dort aus zieht sich in nordwestlicher Richtung die Stadt mit ihren Häusern, Minaretten und Kirchtürmen einen Berg hinauf, nach dem die Stadt Jerusalem auch benannt ist. Der Zion. Auf dem Zionsberg in Jerusalem befindet sich eine große benediktinische Abtei. Sie trägt den Namen „dormitio“ Entschlafung Marias. Ein schmale und steile Treppe führt hinab in die Krypta der benediktinischen Abtei. An diesem Ort, so die Überlieferung, ist Maria gestorben. Sie ist dargestellt als liegende Figur, eine schlafende Maria, umgeben von Blumen und Kerzen. Es ist ein stiller Ort, der zum Beten einlädt. Nach einiger Zeit verlassen wir die „dormitio“ wieder. Wir gehen durch die kleinen Gassen den Zionsberg wieder hinunter und steigen vorbei am Tempelberg ins Kidrontal hinab. Dort befindet sich jener Ort, an dem Maria beigesetzt wurde. Es ist ein orthodoxes Heiligtum. Eine breite und lange Treppe führt zur Grabkammer Mariens. Öllampen hängen von der Decke herab und tauchen den ganzen Raum in ein unwirkliches Licht. Das Grab ist leer.
Die Legende erzählt: Als Marias Leben zu Ende geht, versammeln sich die Bekannten um Maria. Alle Apostel sind dabei, außer Thomas... Sie erleben mit, wie Maria einschläft. Die Apostel begraben Maria vor den Toren der Stadt im Kidrontal... voll Trauer, aber auch voll Zuversicht -. Am nächsten Tag gehen die Apostel zum Grab Marias, wie damals am Ostermorgen und sie finden ihren Leichnam nicht. An der Stelle, wo Maria gelegen war, sind duftende Blumen und Kräuter.
Maria ist heimgegangen, aufgenommen in den Himmel. Das haben wir am 15. August gefeiert. Geblieben sind die Blumen und Kräuter. Es blieb der Duft ihres Lebens, der seit beinahe 2000 Jahren die ganze Welt erfasste und auch zu uns fand, hierher auf den kleinen Berg über Vilsbiburg, unsere Bergkirche Maria Hilf. Den Duft ihres Lebens symbolisieren Blumen und Kräuter, die uns wesentliches sagen können über die Bedeutung Marias für uns als Vorbild und Wegbegleiterin im Glauben und Leben.
Da ist die rote Rose. Sie steht für die Liebe Marias zum Gott ihrer Väter und Mütter. Maria preist im Magnifikat Gott, der sich erbarmt von Geschlecht zu Geschlecht. Ein Gott, der uns nahe bleibt mit seiner Liebe und Barmherzigkeit durch alle Zeiten hindurch.
Die zweite Blume, die Maria bezeichnet ist die blaue Iris: Sie steht für die Treue Marias zu Gott und ihrem Sohn Jesus. „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“. Ihre Sorge um den jungen Jesus während einer Pilgerfahrt in Jerusalem, die Ohnmacht Marias Jesus schützen zu können, ihre Gefolgschaft bis unters Kreuz. Sie blieb ihrem Wort treu, mit dem sie ihr ganzes Leben Gott anvertraute: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“.
Dann die Sonnenblume: Ihre Blüte wendet sich immer der Sonne zu. So auch Maria: Ihr Denken und Fühlen war immer wieder Gott zugewandt.
Die weiße Lilie: Sie steht für ihre Lauterkeit, für die Offenheit Mariens und Strahlkraft.
Der Efeu, eine Pflanze, die sogar an glatten Wänden emporwächst und sich festhält. So Maria: Sie hat immer wieder bei Gott Halt gesucht und gefunden.
Die Passionsblume weist hin auf das Leid, die Tränen und den Kummer, die ihr nicht erspart blieben. Die Mutter leidet mit an der Passion ihres Sohnes Jesus.
Und schließlich die Ähren: Sie gelten als Zeichen der Hoffnung. Wie Maria unter dem Kreuz, so mag es manchem von uns schon einmal gegangen sein. Das Gefühl: alles Leben zerbricht, wird zertreten: Alles Mühen ist umsonst, bleibt fruchtlos. Aber Maria gehört zu den ersten Auferstehungszeugen: Die Hoffnung bleibt, das Leben siegt. Sie ermutigt uns, nicht aufzugeben, trotzdem immer wieder zu hoffen, selbst wenn alles in Scherben fällt. Auch Marias Tod war nicht das Ende. Ihr Sterben ist ein Heimweg, eine Heimkehr mit ihrer ganzen menschlichen Existenz, wir sagen: mit Leib und Seele. Das ist der letzte Grund all unserer Hoffnung.
Mittlerweile haben sich unsere Augen an dieses unwirkliche Licht in der Grabkammer Marias gewöhnt. Wir erkennen wunderbare Marienikonen und Mosaiken. Dann steigen wir die breite lange Treppe der Grabkammer wieder empor. Mit dem Duft des Rosenweihrauchs kommen wir zum Ausgang des orthodoxen Heiligtums. Wir treten hinaus ins Kidrontal und müssen die Augen schließen, die Strahlkraft der Sonne ist zu intensiv, wir brauchen einige Zeit um uns daran zu gewöhnen. Und doch spüren wir. Es gibt etwas, das unser Wesen heller macht als die Sonne. Die Strahlkraft, von der die weiße Lilie kündet. Maria, der Stern des Meeres. Amen.


 
© 2003 Wallfahrtskirche Maria-Hilf Vilsbiburg - info@wallfahrtskirche-vilsbiburg.de