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Fatimapredigt im Juni 2003 durch Pater Anton Huber, Parzham (Rottal)

Maria, die betende Jungfrau

Zum Glauben gehört das Gebet – und wer könnte uns mehr Anleitung zum rechten Beten geben als Maria.
- Als betende Jungfrau sehen wir Maria beim Besuch bei Elisabeth, die Maria selig preist, weil sie „geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“. Maria antwortet mit einem Lobpreis Gottes, dem Magnifikat. Sie lenkt das Lob von sich ab – hin auf Gott, dem schließlich alle Ehre gebührt; es ist ein Lob- und Danklied – auch für uns nach 2000 Jahren: Denn Großes tut der Herr an einem Menschen in der Taufe: er erhöht die Niedrigen. Großes tut der Herr an uns, wenn er zu uns kommt in der hl. Kommunion: er sättigt die Hungernden. Großes tut der Herr an uns, wenn wir im Bußsakrament seine Barmherzigkeit erfahren: hier währt sein Erbarmen von Geschlecht zu Geschlecht. Im Magnifikat sehen wir, wie viel Grund wir haben zum dankenden Lobpreis – und den sprechen wir vor allem beim gemeinsamen Gottesdienst aus (Eucharistie = Danksagung).
- Die betende Jungfrau begegnet uns wieder in Kana, wo sie ihren Sohn um Hilfe bittet: „Sie haben keinen Wein mehr“. Ihr war nicht entgangen, dass den Hochzeitsleuten der Wein zu früh ausging. Die Antwort Jesu überrascht: Was willst du von mir Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen. D.h. menschliche Beziehungen sind für das Tun Jesu nicht maßgebend – für ihn gilt der Willen des Vaters. Überraschend ist aber auch das Verhalten Mariens, die sich gar nicht um die Abweisung kümmert, sondern den Dienern ihre Anweisung gibt: „Was er euch sagt, das tut!“ Sie hat das feste Vertrauen, dass Jesus ihrer Bitte nachkommt. Und dieses Vertrauen wird belohnt.
- Beten heißt auch bitten. Das hat uns Jesus im Vater-unser gelehrt. Wenn wir wie Maria im Glauben und Vertrauen bitten, dann gilt die Verheißung: „Bittet und ihr werdet empfangen“. Freilich gelten für Gott andere Maßstäbe, so dass unsere Bitten nicht wörtlich erfüllt werden; für einen tief gläubig Betenden werden sich unsere Maßstäbe wandeln: da verliert an Bedeutung, was uns bisher wichtig war – und es bekommt Gewicht, das wir bisher kaum beachtet haben. Denn Gott erhört uns so, dass wir zu tieferem Glauben kommen.
- Zum letzten Mal begegnet uns Maria nach der Himmelfahrt im Gebet im Kreis der Jünger, der jungen Kirche: Einmütig verharrten die Apostel zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu .... Maria ist also betend gegenwärtig in der jungen Kirche und in der Kirche aller Zeiten. Sie trägt das Gebet der Kirche – unser Gebet. „Einmütig“ wird dieses Gebet genannt. So muss unser Beten auch immer ein Gebet in und mit der Gemeinschaft der Kirche sein.

Wenn wir mit und wie Maria beten, dann ist unser Beten immer zuerst dankender Lobpreis, dann aber auch vertrauensvolles Bitten.


 
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