Mitternachtsmette 2006

Weihnachtspredigt von Pater Herbert Müller

Liebe Schwestern und Brüder!

Was Weihnachten für uns bedeutet, fand ich sehr ansprechend in einer Begebenheit, die uns aus dem Leben des Dichters Rainer Maria Rilke berichtet wird.
Während seines Aufenthalts in Paris ging der Dichter täglich um die Mittagszeit mit einer Bekannten an einer alten Bettlerin vorbei. Stumm und unbeweglich, mit niedergebeugtem Kopf saß die Frau da und nahm die Gaben der Vorübergehenden ohne jedes Zeichen von Dankbarkeit entgegen. Ihrem Schicksal ergeben hockte sie an der Mauer – ein lebendiges Bild des Bettelns.
Der Dichter gab ihr, zur Verwunderung seiner Begleiterin, die selbst immer eine Münze bereit hatte, nie ein Geldstück.
Vorsichtig darüber befragt sagte er: „Man müsste ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand“. An einem der nächsten Tage erschien Rilke mit einer wunderschönen, halb aufgeblühten Rose.
Das Mädchen freute sich, weil die dachte, die Blume wäre für sie. Aber Rilke legte die Rose in die Hand der Bettlerin. Da geschah etwas Merkwürdiges: Die Frau stand auf, griff nach seiner Hand, küsste sie und ging mit der Rose davon. Eine Woche blieb sie verschwunden. Dann saß sie wieder an ihrem Platz, stumm und starr wie zuvor. Das Mädchen fragte Rilke: „Wovon mag sie die ganzen Tage über gelebt haben?“ Und er antwortete: „Von der Rose“.

Haben wir das nicht alle schon erfahren, liebe Schwestern und Brüder: Nicht Geld, nicht eine Münze, nicht ein Bankkonto lässt uns leben, aufleben, sondern etwas ganz anderes: menschliche Zuwendung, ein freundliches Wort zum Beispiel, eine Ermutigung, ein Zeichen, das sagt „es ist gut, dass es dich gibt“. Auch Sie und ich, wir alle hier, leben von der „Rose“.
Jeder von uns sollte heute mal darüber nachdenken wie oft und in welcher Form ihm ein anderer eine Rose in die Hand gelegt hat, und nicht einfach nur eine Münze. Vielleicht erinnern wir uns gerade an Weihnachten an die Liebe unserer Eltern. Wir erinnern uns aber sicherlich auch an viele andere symbolische „Rosen“, die uns von guten Menschen geschenkt wurden.
Sind wir nicht alle Beschenkte?
Und wenn wir einem anderen eine Rose statt einer Münze in die Hand legen durften: waren dann wir nicht auch selbst beschenkt?
Wer gläubig ist, weiß, dass nicht nur Menschen uns eine Rose in die Hand gelegt haben. Gott selbst hat uns eine Rose in die Hand gelegt. Nicht irgendetwas hat er uns gegeben, sondern seine ganze Liebe: Jesus von Nazareth, seinen menschgewordenen Sohn.
In ihm schenkt Gott uns seine Nähe, seine Zuwendung, sein volles Ja. In ihm begegnet uns Gott von Mensch zu Mensch. Jesus, der in Bethlehem geboren wurde, ist die Rose Gottes, von der wir leben können.
Die Bettlerin in Paris konnte von Rilkes Rose eine Wochen lang leben. Wir können von Gottes Rose immer und ewig leben. Darum singen wir ja auch voll Freude: „Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart. Wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art.“
Natürlich könnte einer sagen: „Ob das nicht alles Einbildung ist, ein schönes Wintermärchen?“
Auch die Bettlerin hätte die Rose zur Seite werfen können. An Liebe und Zuwendung muss man schon glauben. Man muss dafür offen und empfänglich sein.
Wer einfach nur denkt: Liebe, die gibt es nicht, wird weder menschliche, noch göttliche Liebe erfahren.
Darum lade ich Sie dazu ein, heute Ihre Hand aufzuhalten und Ihr Herz weit zu öffnen. Gott selbst will Ihnen eine Rose in die Hand legen, will Ihrem Herzen schenken, will Ihnen Liebe geben und Sie neu zur Liebe befähigen. Ist heute nicht ein guter Tag, um Rosen zu empfangen und Rosen weiterzuschenken?

Ich lade Sie ein: Öffnen Sie Gott Ihr Herz. Dann werden Sie die beglückende Erfahrung machen, dass der Weihnachtsstern auch heute noch leuchtet und dass wir ihn sehen können, wenn wir die Augen der Seele aufmachen. Und dann wird Weihnachten für uns nicht nur ein frohes Weihnachtsfest, wie man es oft auf Glückwunschkarten lesen kann, sonder ein gnadenreiches, ein gesegnetes Weihnachtsfest und der Segen und die Gnade, die uns geschenkt werden, werden uns begleiten ins neue Jahr.

Dies ist mein Weihnachtswunsch für Sie, für mich selbst und für alle Menschen guten Willens.
Amen



 

Christmette 2005

Weihnachtspredigt von Wallfahrtsdirektor P. Herbert Müller

Liebe Schwestern und Brüder!

Der bekannte Schriftsteller Stefan Zweig hat uns neben vielen anderen Werken ein faszinierendes, geradezu erschütterndes Buch geschenkt. Er nennt es "Sternstunden der Menschheit". In diesem Buch schildert der Dichter in mitreißender Sprache Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung. Er lässt immer wieder durchblicken, dass Millionen müßiger Weltenstunden verrinnen, ehe eine wahrhaft historische Stunde - eine Sternstunde der Menschheit - in Erscheinung tritt.

Ich frage mich nur, warum Stefan Zweig die gewaltigste Sternstunde der Menschheit, die Geburt Christi, in seinem Buch nicht erwähnt hat. Hat er als Jude nicht an sie geglaubt oder hat er sie einfach übergangen, weil sie die unbegreiflichste aller bisherigen Sternstunden der Menschheit gewesen ist, die mit keiner anderen verglichen werden kann?
Unbegreiflich deshalb, weil der große, allmächtige Gott Mensch geworden ist. Er, der mit spielender Hand Milchstraßen ins Dasein gerufen hat, geht ein in die Enge des menschlichen Schicksals. Er, den die Menschen seit hunderten von Jahren erhofft hatten, kommt in sein Eigentum und das Tragische ist: Die Seinen nehmen ihn nicht auf. "Das Licht leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen" sagt Johannes.

Eines der meistgespielten Theaterstücke nach dem letzten Weltkrieg war das Drama "Da draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert. Geschildert wird ein Heimkehrerschicksal. Ein Soldat kommt aus der Gefangenschaft zurück. Jahrelang hat er auf diesen Augenblick gewartet. Und nun steht er endlich mit zitterndem Herzen da und klopft an die Haustür. Er steht vor seiner eigenen Wohnung und drinnen ist seine Frau. Alles in ihm ist gespannt auf diesen ersten Augenblick der Begegnung. Da öffnet sich die Tür. Blitzartig erkennt er, dass sie gar nicht mehr auf ihn wartet. Es war ihr zu lange geworden. Nun hat ein anderer seine Stelle eingenommen. Das, wofür er blutete, worauf er gewartet hat, ist plötzlich nicht mehr da. Er steht draußen vor der Tür seines Eigentums und man lässt ihn nicht ein. Das ist nicht nur ein Heimkehrerschicksal, das war auch das Schicksal des Sohnes Gottes. Vom ersten Augenblick an steht er draußen vor der Tür.

"Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf."
Glauben wir nicht, liebe Schwestern und Brüder, dass das das Schicksal des Gottessohnes nur bei seinem ersten Kommen war. Jedes Jahr wiederholt sich die gleiche Tragik: Die Menschen feiern Weihnachten, die Menschen zünden Lichter an, die Menschen stellen Krippen auf und vergessen dabei das Kind, das in der Krippe liegt.
Viele Menschen singen "Stille Nacht", aber das Geschehen im Stall berührt sie nicht mehr. Für viele ist das Weihnachtsfest nichts als eine romantische Erinnerung an ihre Kindertage. Schön, aber unrealistisch. Sie erinnern sich daran noch wie an die Märchen aus den Kindertagen, die ihnen die Mutter erzählt hat.

Weihnachten aber ist mehr, als ein Wintermärchen. Für uns Christen ist Weihnachten frohe und frohmachende Botschaft:
"Siehe, ich verkündige euch eine große Freude: heute ist uns geboren der Heiland der Welt".


 

15. August

Mariä Himmelfahrt

Gott hat Großes an mir getan. So ruft Maria voll Freude aus. „Und der Mächtige hat Großes an mir getan!“ Keiner kann es fassen, was dieses Große ist, diese Erwählung Marias. Gott erwählt vor allen Frauen diese eine, die Mutter seines Sohnes zu werden. Warum Gottes Erwählung dem Mädchen von Nazaret zuteil wird, bleibt ein Geheimnis. In jeder Messe beten wir in Gemeinschaft mit der Gottesmutter Maria. Und einmal werden wir Maria im Himmel begegnen und da wird sie es uns sagen, was dieses Große ist, was sie erfahren hat.
Vielleicht kann der eine oder andere diesen Satz voll Freude nachsprechen: „Der Mächtige hat Großes an mir getan!“ Vielleicht haben wir das einmal gespürt: „Gott tut Großes an mir!“ Immer wieder finden Menschen Erhörung in ihren Gebetsanliegen und erleben Heilung aus schwerer Krankheit. In unserer Kirche wenden sich viele an Pater Viktrizius Weiß und erlangen auf seine Fürbitte hin Hilfe in seelischer und körperlicher Not, Linderung. So kann mancher sagen: „Gott hat Großes an mir getan!“
Dann gibt es auch die großen Glaubenserlebnisse: In einer Kirche, in der Natur, durch einen lieben Menschen spüre ich, Gott ist da, ist ganz nah, der Mächtige tut Großes an mir!“
Aber was der Engel Maria und was er mit ihr uns zusagt, das ist größer als alles, was wir hier auf Erden noch erfahren könnten. Er verkündet: Das ewige Leben.
Diese einmalige Erwählung Marias hat sich in ähnlicher Weise in unserem Leben ereignet. Bei unserer Taufe.
Es wird niemanden geben, der seinen Geburtstag nicht wüsste. Viele unter uns werden diesen Tag auch feiern. Wenn ich aber jetzt nach dem Tauftag fragen würde. Diesen Tag kennen viele nicht. Und wenn ich weiter danach frage, wer von denen, die ihren Tauftag wissen, diesen Tag auch feiern, werden es sehr wenige, wenn überhaupt jemand sein, der das tut. Und dabei hätten wir allen Grund nicht nur unseren Geburtstag, sondern vor allem unseren Tauftag zu feiern. Denn während wir beim Geburtstag nur unser begrenztes Leben feiern, feiern wir durch unsere Taufe das unbegrenzte, das ewige Leben.
Gott hat Großes an mir getan!
Aus unerfindlichen Gründen erfährt Maria das. Aus noch unerfindlicheren Gründen ist es auch uns zugesagt, erfahren es auch wir:
Wir sind Kinder Gottes, wir haben das ewige Leben. Das heutige Fest der Aufnahme Marias in den Himmel sagt uns zu: unser Lebensweg mündet in das österliche Fest ohne Ende.
Einmal sagte mir eine ältere Frau, die an einer schweren Krankheit litt: Wenn ich sterbe, ist es vorbei. Wer weiss, ob da noch etwas kommt? Diese Frau war eine regelmäßige Kirchgängerin. Die Botschaft vom ewigen Leben ist der Grundstock unseres Christseins und doch haben die Christen Probleme, daran zu glauben?
Vielleicht liegt es daran: Wir tun uns schwer, an etwas zu glauben, was wir nicht sehen und haben es zum großen Teil aufgegeben, um diese großartige Erfahrung zu beten: Gott tut Großes an uns, er lässt uns nicht los, tiefer können wir nicht fallen, als in seine Hände, hinein ins ewige Leben, wenn wir einmal sterben.
Es ist eine nicht zu fassende Botschaft und es geht uns wie es eine Legende aus dem Heiligen Land sagt: Maria ist am Brunnen und der Engel nähert sich ihr. Daraufhin lässt sie ihren Krug fallen und läuft davon. Ein zweites Mal kommt der Engel und versucht Maria die Botschaft zu sagen und wieder flieht sie. Beim dritten Mal hört sie die große Botschaft, die gewaltige Botschaft, die Großtat Gottes, Gott tut Großes an dir! Um diese Erfahrung können wir beten, sie ist nicht zu erzwingen, sie ist ein Geschenk, sie ist Gnade. Das ist etwas, wovon Maria ganz erfüllt ist. Du bist voll der Gnade. Reich beschenkt führt sie uns zu Jesus. Durch sie empfangen auch wir Jesu Gnadengeschenk schon in diesem Leben eine Freude zu empfinden, die über das hinausgeht, was wir hier auf Erden für erstrebenswert halten. Elmar Gruber fasst das Glaubensgeheimnis der Aufnahme Mariens in ein Gebet. Es lautet:
Maria, du Königin, aufgenommen in den Himmel, du Zeichen ewigen Menschseins. An dir zeigt uns Gott, was die Auferweckung Jesu für alle Menschen bedeutet. Nichts geht verloren von dem, was ich in meinem körperlichen Dasein gelebt und erlebt habe. Ich – all das, was mich ausmacht, was „eigentlich“ zu mir gehört -, werde nicht in Verwesung enden. Der Tod hat keinen Stachel mehr. Und was ich als Verwesung sehe, ist ein Geschehen des Lebens, nicht des Todes. Was meine unerlösten Augen noch sehen als Leben und als Tod, das wird eins – im ewigen Leben. Du Königin, aufgenommen in den Himmel, bitte für uns.


 

Patrozinium Mariä Geburt

Maria, Wegbegleiterin und Vorbild

Vielleicht haben Sie schon einmal eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen. Noch vor Jahren pilgerten sehr viele per Flugzeug nach Israel, in die goldene Stadt Jerusalem. Heute ist es leider kaum mehr möglich. Die großen Reiseunternehmen wollen kein Risiko eingehen. Die vielen Terroranschläge und die unsichere Lage im nahen Osten schrecken viele ab. Das ist schade, denn die Orte zu besuchen und dort zu beten, an denen Jesus lehrte und wirkte und sich die Apostel oder die Urchristen versammelten, sind prägende geistliche Erlebnisse. Noch während des Studiums konnte ich mit einer kleineren Gruppe eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternehmen. Einiges dort ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. So möchte ich Sie durch eine kleine Gedankenreise an zwei Orte führen, die mich beeindruckt haben, an die ich immer wieder denke. Sie befinden sich in Jerusalem. Den schönsten Blick auf die heilige Stadt hat man vom Ölberg aus, jenen Ort an den sich Jesus kurz vor seinem Leiden zurückgezogen hatte. Dort befinden sich viele Heiligtümer und von einer Kirche aus sieht man unter sich das Kidrontal mit seinen Prophetengräbern und Gotteshäusern. Auf der gegenüberliegenden Seite dieses Tales erhebt sich der Tempelberg mit dem Felsendom, dem drittgrößten Heiligtum des Islam, die strahlend goldene Kuppel findet man in jedem Israelreiseführer. Die dunklen Kuppeln der Grabeskirche markieren hinter dem Tempelberg Golgotha, jenen Felsen, auf dem Jesus gekreuzigt wurde. Von dort aus zieht sich in nordwestlicher Richtung die Stadt mit ihren Häusern, Minaretten und Kirchtürmen einen Berg hinauf, nach dem die Stadt Jerusalem auch benannt ist. Der Zion. Auf dem Zionsberg in Jerusalem befindet sich eine große benediktinische Abtei. Sie trägt den Namen „dormitio“ Entschlafung Marias. Ein schmale und steile Treppe führt hinab in die Krypta der benediktinischen Abtei. An diesem Ort, so die Überlieferung, ist Maria gestorben. Sie ist dargestellt als liegende Figur, eine schlafende Maria, umgeben von Blumen und Kerzen. Es ist ein stiller Ort, der zum Beten einlädt. Nach einiger Zeit verlassen wir die „dormitio“ wieder. Wir gehen durch die kleinen Gassen den Zionsberg wieder hinunter und steigen vorbei am Tempelberg ins Kidrontal hinab. Dort befindet sich jener Ort, an dem Maria beigesetzt wurde. Es ist ein orthodoxes Heiligtum. Eine breite und lange Treppe führt zur Grabkammer Mariens. Öllampen hängen von der Decke herab und tauchen den ganzen Raum in ein unwirkliches Licht. Das Grab ist leer.
Die Legende erzählt: Als Marias Leben zu Ende geht, versammeln sich die Bekannten um Maria. Alle Apostel sind dabei, außer Thomas... Sie erleben mit, wie Maria einschläft. Die Apostel begraben Maria vor den Toren der Stadt im Kidrontal... voll Trauer, aber auch voll Zuversicht -. Am nächsten Tag gehen die Apostel zum Grab Marias, wie damals am Ostermorgen und sie finden ihren Leichnam nicht. An der Stelle, wo Maria gelegen war, sind duftende Blumen und Kräuter.
Maria ist heimgegangen, aufgenommen in den Himmel. Das haben wir am 15. August gefeiert. Geblieben sind die Blumen und Kräuter. Es blieb der Duft ihres Lebens, der seit beinahe 2000 Jahren die ganze Welt erfasste und auch zu uns fand, hierher auf den kleinen Berg über Vilsbiburg, unsere Bergkirche Maria Hilf. Den Duft ihres Lebens symbolisieren Blumen und Kräuter, die uns wesentliches sagen können über die Bedeutung Marias für uns als Vorbild und Wegbegleiterin im Glauben und Leben.
Da ist die rote Rose. Sie steht für die Liebe Marias zum Gott ihrer Väter und Mütter. Maria preist im Magnifikat Gott, der sich erbarmt von Geschlecht zu Geschlecht. Ein Gott, der uns nahe bleibt mit seiner Liebe und Barmherzigkeit durch alle Zeiten hindurch.
Die zweite Blume, die Maria bezeichnet ist die blaue Iris: Sie steht für die Treue Marias zu Gott und ihrem Sohn Jesus. „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“. Ihre Sorge um den jungen Jesus während einer Pilgerfahrt in Jerusalem, die Ohnmacht Marias Jesus schützen zu können, ihre Gefolgschaft bis unters Kreuz. Sie blieb ihrem Wort treu, mit dem sie ihr ganzes Leben Gott anvertraute: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“.
Dann die Sonnenblume: Ihre Blüte wendet sich immer der Sonne zu. So auch Maria: Ihr Denken und Fühlen war immer wieder Gott zugewandt.
Die weiße Lilie: Sie steht für ihre Lauterkeit, für die Offenheit Mariens und Strahlkraft.
Der Efeu, eine Pflanze, die sogar an glatten Wänden emporwächst und sich festhält. So Maria: Sie hat immer wieder bei Gott Halt gesucht und gefunden.
Die Passionsblume weist hin auf das Leid, die Tränen und den Kummer, die ihr nicht erspart blieben. Die Mutter leidet mit an der Passion ihres Sohnes Jesus.
Und schließlich die Ähren: Sie gelten als Zeichen der Hoffnung. Wie Maria unter dem Kreuz, so mag es manchem von uns schon einmal gegangen sein. Das Gefühl: alles Leben zerbricht, wird zertreten: Alles Mühen ist umsonst, bleibt fruchtlos. Aber Maria gehört zu den ersten Auferstehungszeugen: Die Hoffnung bleibt, das Leben siegt. Sie ermutigt uns, nicht aufzugeben, trotzdem immer wieder zu hoffen, selbst wenn alles in Scherben fällt. Auch Marias Tod war nicht das Ende. Ihr Sterben ist ein Heimweg, eine Heimkehr mit ihrer ganzen menschlichen Existenz, wir sagen: mit Leib und Seele. Das ist der letzte Grund all unserer Hoffnung.
Mittlerweile haben sich unsere Augen an dieses unwirkliche Licht in der Grabkammer Marias gewöhnt. Wir erkennen wunderbare Marienikonen und Mosaiken. Dann steigen wir die breite lange Treppe der Grabkammer wieder empor. Mit dem Duft des Rosenweihrauchs kommen wir zum Ausgang des orthodoxen Heiligtums. Wir treten hinaus ins Kidrontal und müssen die Augen schließen, die Strahlkraft der Sonne ist zu intensiv, wir brauchen einige Zeit um uns daran zu gewöhnen. Und doch spüren wir. Es gibt etwas, das unser Wesen heller macht als die Sonne. Die Strahlkraft, von der die weiße Lilie kündet. Maria, der Stern des Meeres. Amen.


 

Bergfest zu Gunsten der neuen Orgel am 17.August 2003

Von Gott erfüllt sein

Warum wird eigentlich im Himmel gesungen? Sie kennen ja diese vielen himmlischen Darstellungen an den Kirchengewölben, auf Bildern, an den Orgeln. Zu allen Zeiten stellen die Künstler die himmlischen Heerscharen immer mit Musikinstrumenten dar. Ist Ihnen das schon einmal aufgefallen, wenn es um den Himmel geht, dann singen oder spielen Engel oder die heilige Caecilia. Es ist nie die Rede davon, im Himmel trinke man Bier oder Wein oder man spiele Karten. In himmlischen Gefilden wird musiziert und gesungen, so stellen es die Künstler dar, davon spricht die heilige Schrift und manch Heiliger wie der heilige Franziskus mit seinem Gesang an die Sonne.
Warum wird im Himmel gesungen?
Warum wird nicht Bier getrunken, warum wird nicht Wein getrunken und nicht gegrölt, warum wird gesungen?
Die Antwort: Wenn das Herz voll ist, läuft der Mund über. Also: wer wirklich begriffen hat, was Gott für uns ist und bedeutet, der kann gar nicht anders als singen, als loben, als preisen. Es ist vergleichbar mit dem Minnesänger, der nicht anders kann als seiner Angebeteten ein Ständchen zu bringen, mit der Laute, weil er erfüllt ist von der Liebe, weil seine Geliebte in seinem Herzen wohnt.
So ist es auch im Himmel.
Weil der Mensch im Reich Gottes so von Gott erfüllt ist, kann er gar nicht anders als diesem Gott zu singen ihn zu lobpreisen, ihn zu loben, ihm zu spielen. So eben wie der Minnesänger, der Troubadour.
Was wir jetzt tun, das gemeinsame Beten und Singen ist sozusagen ein Vorgeschmack des Himmels. Die Orgel ist der Beistand. Es ist wichtig, dass unser Gesang auch Gott gefällt. Dazu dient die Orgel. „Berauscht euch nicht mit Wein“, so sagt Paulus in der Lesung, sondern lasst in erster Linie in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und Lieder erklingen. Warum? Weil das im neuen Leben auch in irgendeiner Form spürbar sein wird. „Lieder, wie der Geist sie eingibt“. Der Geist, von dem Paulus spricht, ist ja der Geist der Liebe und wer von der Liebe zu Gott erfüllt ist, der kann ja gar nicht anders als singen. Die Orgel soll den unterstützen, der von der Liebe zu Gott erfüllt ist, sich aber mit dem Singen schwer tut. Sicher – wenn wir alle Domspatzen wären, bräuchten wir keine Kirchenorgel. Die singen a-capella so gut, dass ein Beistand nicht nötig ist. Aber wir brauchen die Orgel dringend und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die schon gespendet haben, damit wir bald ein neues Instrument in Auftrag geben können, das gerade bei großen Gottesdiensten helfen kann zu singen, zu lobpreisen so, wie es Gott gefällig ist. Unsere alte Orgel kann, wie es vor 15 Jahren schon Pater Zeno feststellte, den gottesdienstlichen Ansprüchen der Wallfahrt nicht mehr genügen.
Aber trotz der schon eingegangenen Spenden ist es noch ein weiter Weg bis die Finanzierung der neuen Orgel gesichert ist. Unser Bergfest heute soll ein weiterer Beitrag sein, unserem Ziel näher zu kommen. Der Erlös kommt alles in allem der notwendigen Neuanschaffung einer Orgel in unserer Wallfahrtskirche zu Gute. Herzliches Vergelt’s Gott all jenen, die dieses Bergfest mitvorbereitet haben, mitgeholfen haben oder gespendet haben, sich in irgendeiner Weise engagieren.
Wer von Gott erfüllt ist, der singt, der lobpreist. Was wir jetzt tun ist, uns das bewusst machen: vielleicht auch das Defizit, das wir haben an Gottesliebe. Aber wir sind ja auf dem Weg und weil wir doch zumindest anfanghaft von der Liebe zu Gott erfüllt sind, sonst wären wir gar nicht hier, deswegen singen wir Psalmen, Hymnen und Lieder, wie der Geist sie gibt. Das andere wird im Reich Gottes alles nicht mehr sein, nicht der Wein, nicht das Bier, nicht das Kartenspiel, usw.
Natürlich dürfen wir dann beim Bergfest Wein und Bier trinken – nur wir sollen das auf dieser Erde nicht absolut setzen. Paulus sagt – berauscht euch nicht – er hat nicht etwas gegen das Weintrinken (Jesus hat ja selber Wein getrunken). Sondern Paulus ist gegen das zügellose sich berauschen, weil das dann nicht mehr erkennen lässt, warum wir überhaupt Gott lobsingen. Dann kommt alles aus dem Ruder.
Wenn viel gegessen und getrunken wird, freut es mich, weil dann viel zusammen kommt für unsere Orgel, aber der heilige Paulus würde zu unserem Fest sagen: Es ist ja gut: Der Wein erfreut des Menschen Herz, aber werdet nicht zügellos. Anstelle der Zügellosigkeit sollen wir von Gott erfüllt sein. Dazu kann natürlich die Fröhlichkeit eines Festes beitragen, denn ein Mahl, ein miteinander Essen ist ja auch der Vorgeschmack des himmlischen Gastmahles und da wird auch Wein getrunken. So wünsche ich uns ein fröhliches Bergfest im Blick auf eine Orgel, die den unterstützen soll, der von der Liebe zu Gott erfüllt ist. Amen.


 

Predigt zum Fatimatag am 13.August von Pfarrer Wolfgang Stowasser aus Egglkofen

Mit der eigenen Vergangenheit versöhnt mutig in die Zukunft schauen

Liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer,

von einem Besinnungstag habe ich neulich ein schönes Wort von Karl Rahner mit nach Hause genommen. Der ehemalige Innsbrucker Jesuit hat es am Abend seines priesterlichen Wirkens geschrieben:
„Als wir das Priestertum aus der Hand des Bischofs entgegennahmen, waren wir jung, und wir konnten das, was kommen wird, nicht übersehen. Wir konnten nur glauben und hoffen, dass Gott uns in Jesus Christus beruft, dass die Kirche uns ruft, dass Gott es will und dass er darum auch uns seine Gnade geben wird. (...) Und so können und wollen wir sagen, in Dank gegen die Kirche, in Dank gegen die Menschen, die Gottes Gnade bei uns suchten und die sich an uns nicht ärgerten, in Dank gegen Gott und seine unaussprechliche Gnade: Wir haben es nicht bereut... .“
Zwei Dinge, liebe Gläubige, finde ich an diesem Bekenntnis Rahners wunderschön:

- zum einen diese jugendliche Sorglosigkeit; diesen Leicht-sinn (im wahrsten Sinne des Wortes); das Vertrauen, einfach Ja sagen zu können zu einer Sache wie dem Priestertum, das man ja mit 25 überhaupt nicht verstanden haben kann.
- zum andern, dass dieser Theologe und Priester zum Abschluss seines Lebens sagen kann: „Wir haben es nicht bereut...“ – obwohl oder weil gerade so manches anders gekommen ist als geplant oder erwünscht.

Wir spüren in diesen wenigen Sätzen Rahners eine von Grund auf positive Einstellung zur eigenen Vergangenheit und Zukunft; damit kommt er sehr nahe an die Lebensphilosophie der Gottesmutter heran. Man könnte nämlich Maria nahezu die gleichen Worte in den Mund legen: „Als ich den Auftrag Gottes, die Mutter seines Sohnes zu werden, annahm, war ich noch jung, und konnte das, was kommen wird, noch nicht übersehen. Ich konnte nur glauben und hoffen, dass Gott es will und dass er mir darum auch seine Gnade geben wird. ... Und so kann ich in Dank gegen die Menschen, in Dank gegen Gott und seine unaussprechliche Gnade sagen: Ich habe es nicht bereut...!“
Woher gewinnen die beiden – der Jesuitenpater und Maria – diese Versöhntheit mit ihrem Leben, mit Vergangenheit und Zukunft?
Ich glaube, die Basis dafür liegt in einer neuen Freiheit, die nur ein glaubender Mensch erfahren kann. Der Galaterbrief drückt es so aus: „In der Fülle der Zeit schickte Gott seinen Sohn, damit er die befreite, die unter dem Gesetz stehen, ... damit sie die Freiheit von Gotteskindern erlangten.“
Was ist hier mit „Gesetz“ gemeint? Nicht gemeint sind staatliche oder religiöse Gesetze. Vielmehr meint Paulus hier die „Gesetze des Lebens“, wie wir sie alle erleben; wie wir sie uns auch nur allzu gerne aufzwingen lassen. Die „Gesetze des Lebens“ sind bis zur Grausamkeit konsequent: Wer was leistet, wird belohnt; wer nichts leistet, wird nicht belohnt; wer Fehler macht, wird zurückgestuft; wer Schwäche zeigt, wird „gefressen“; Gewalt erzeugt Gegengewalt; Ungehorsam zieht Strafe nach sich... .
Diese (und noch andere) sind die „eisernen Gesetze“ des Lebens. Solange der Mensch allerdings glaubt, diese Gesetze seien alles, wird er nie zufrieden und versöhnt mit seinem Leben sein. Der Glaube allein hilft uns, eine gewisse Freiheit von diesen Lebensgesetzen zu gewinnen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan.
Wie viele unter uns gibt es denn, die mit Karl Rahner im Brustton der Überzeugung sagen können: „Wir haben es nicht bereut!“
Die Zahl derer, und gerade auch alter Menschen, ist groß, die unzufrieden, unversöhnt oder gar verbittert zurückblicken auf einen Lebensabschnitt oder gar aufs ganze Leben. Die Zahl derer ist groß, die mit Bitternis darauf warten, dass sich endlich jemand oder etwas ändert, was ihnen im Leben nicht passt: der Chef, die Schwiegertochter, der engstirnige Mitarbeiter, der Vollidiot von Nachbar... .
Die Zahl derer ist groß, die ein Unglück aus der Bahn geworfen hat, und die nun vorhaben, den Rest ihres Lebens darüber zu jammern oder auch anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben; oder Menschen, die einzig und allein an der Tatsache herumbeißen, dass ihr tatsächlicher Lebensweg nicht der war, den sie sich erträumt haben.
Es gibt so viele Menschen, die mit ihrer eigenen Vergangenheit in einem bestürzendem Maß unversöhnt sind. Sie haben nicht die Freiheit gefunden, ihr gewachsenes Leben, das sich nicht nach ihren Vorstellungen entwickelt hat, anzunehmen, ja mehr noch: als Geschenk anzunehmen (Wir haben es nicht bereut!)
Vielleicht hat ihnen auch noch niemand gesagt, dass ihr Leben, so krumm es sich auch entwickelt hat, etwas Wertvolles war oder ist. Viele dieser angeblich „falsch gelaufenen“ Lebenswege könnten sogar insgeheim für andere ein Vorbild sein: wenn man sieht, wie diese Menschen mit den Überraschungen und Belastungen des Lebens fertig geworden sind.
„Wir haben es nicht bereut...!“ – diesem Bekenntnis muss, wenn es nicht nur ein schönes Daherreden sein soll, das Durcharbeiten der eigenen Vergangenheit vorausgegangen sein. „Wir haben es nicht bereut“ heißt eben nicht: „Es war alles schön.“ Und es heißt erst recht nicht: „Vergessen wir eben das Hässliche!“ Vielmehr gilt es, das eigene Leben ganz offen anzuschauen: das Gelingen und Misslingen; die eigene Erbärmlichkeit; die Verletzungen, die du erlitten hast; Fehler, bei denen du am liebsten noch heute im Boden versinken würdest; falsche Entscheidungen, die dein Leben wesentlich beeinflusst oder verändert haben... .
„Wir haben es nicht bereut“ heisst in diesem Zusammenhang: du darfst über dich froh sein, so wie du geworden bist. Gott hat es in seiner Freiheit so gefügt. Auch du kannst es in deiner Freiheit so annehmen. Wer seine eigene Vergangenheit nicht in einem positiven Gottvertrauen annehmen kann, wird auch keine gute Zukunft haben. Mehr noch: er oder sie wird auch als Christ nichts Positives ausstrahlen.
Genau das war ja die Kehrseite der Medaille bei Rahner am Morgen seiner Berufung: wie er unbekümmert darauf los marschiert und das gewaltige „Unternehmen“ Priestersein angeht, ohne lange nachzufragen.
Diese Einstellung droht heute auszusterben. Gerade viele junge Menschen haben Angst vor der Zukunft, sehen ihren Weg bis ins Kleinste schon vorgezeichnet. Zudem treibt man ihnen den Mut aus, so sein zu dürfen, wie sie sind, auch Fehler machen zu dürfen.
Unsere „Jobwelt“ andererseits suggeriert ein Maximum an freier Entscheidung und Mobilität. Passt dies nicht, nehme ich jenes. Jungen Menschen wird kaum Zeit gegeben (oder sie geben sich selber keine Zeit), um auch Durststrecken, harte Wegzeiten in Kauf zu nehmen, mal auf die Zähne zu beißen und so die Erfahrung zu machen: „Ich habe es auch so geschafft... .“
Auch hier gewinnt der Begriff „Freiheit“, „neue Freiheit von Gott“ eine Schlüsselfunktion. Der gläubige Mensch hat die Gewissheit, dass seine Zukunft vielleicht nicht so verlaufen wird, wie geplant, dass es sich aber in jedem Fall lohnt, „in Gottes Namen“ auch Umwege und Verluste in Kauf zu nehmen.
„Freiheit“ heißt hier: frei sein von dem Zwang, alles genau nach meinen Wünschen erreichen zu müssen.
Liebe Wallfahrer/innen, der Blick auf das Leben Mariens hilft uns, die neue Freiheit, die uns Christus schenkt, zu erkennen und umzusetzen.
Mit Maria können wir auch auf unser bisheriges Leben zurückschauen, auch das Schwere anschauen und in der Summe hoffentlich sagen: „Ich habe es nicht bereut“. Und mit Maria wollen wir auch alles Zukünftige aktiv annehmen, in großer Freiheit von den Zwängen, die andere oder wir selber uns auferlegen wollen. Mit unserer eigenen Vergangenheit versöhnt nehmen wir uns vor, vertrauensvoll in die Zukunft zu gehen.


 

Predigt zum Fatimatag am 13. Juli 2003 von Pater Werner Labus, Eichstätt

Unsere missionarische Sendung, unser missionarischer Auftrag (Mk 6,7-13)

Bestimmte Themen der Verkündigung scheinen heute 'passe’ zu sein, sowohl für den Verkündiger als auch für die Hörer des Wortes, z.B. das Thema Beichte und Buße oder eheliche Liebe und Treue oder auch das Thema, das sich vom morgigen/heutigen Sonntagsevangelium her anbietet, ja aufdrängt: MISSION. Da fallen uns die Ohren zu, schalten wir ab. Denn lange genug war das Wort „Mission“ häufig negativ besetzt. Mit ihm verband man Erfahrungen der Intoleranz und des aufdringlichen Bekehrungseifers.
Was „Mission“ für uns heute bedeutet, ist nicht zuvorderst die Missionsarbeit in Afrika und Asien. Was missionarisches Leben konkret für uns selber hier in Vilsbiburg und Umgebung bedeutet, dazu liefert uns das Evangelium dieses Sonntags wertvolle Anhaltspunkte.
Wir leben in einer spannungsgeladenen Umbruchszeit, in der es an Krisen und Nöten nicht mangelt. Das Elend in unserem eigenen Land ist neben der immer deutlicher zu Tage tretenden wirtschaftlichen Not die schon längst vorhandene Glaubensnot. Zunehmend mehr Menschen stillen ihr Verlangen nach Trost im Alltag, wenn Sinnkrisen das Leben erfassen, außerhalb des Gottesglaubens, wie ihn unser Christentum anbietet. An uns Christen geht dieser Prozess nicht spurlos vorüber. Umso mehr darf uns wieder bewusst werden, dass wir als Christen die von Christus Gerufenen sind, die zu ihm Hingerufenen. Er sagt uns das Wort, das wir suchen und brauchen. Un so beginnt auch die Frohbotschaft nach Markus: „Jesus rief „die Zwölf“ zu sich. Derselbe Evangelist berichtet einige Kapitel vorher: „Jesus rief die zu sich, die er erwählt hatte, ... ‚die Zwölf’, die er bei sich haben wollte“ (Mk 3,13f). Er wird ihnen vermutlich ähnliche Sätze zu Herzen gesprochen haben, wie sie Paulus seiner Christengemeinde zu Ephesus schrieb: Gepriesen sei Gott, der Vater. Er hat euch mit allem Segen seines Geistes gesegnet. Er hat euch erwählt vor der Erschaffung der Welt, heilig und untadelig vor ihm zu leben. Er hat euch mit allem Segen seines Geistes gesegnet. Er hat euch erwählt vor der Erschaffung der Welt, heilig und untadelig vor ihm zu leben. Er hat euch aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden und zu ihm zu gelangen. (Vgl. Eph 1,1-15). Jesus ist der erste Missionar, der die Botschaft seines Vaters verkündet, und zwar zuallererst seinem engsten Freundeskreis. Er bleibt durch die Geschichte der Kirche hindurch dieser erste Missionar, der Gesendete seines Vaters zu uns Menschen. Heute ruft er uns in seine unmittelbare Nähe; denn jetzt sind wir diejenigen, ‚die er bei sich haben will’. Und seine Botschaft an uns lautet: Du bist von meinem Vater seit Ewigkeit gewollt, erwählt, geliebt: Du hast ein Ziel: die Lebensfülle bei mir. Du bist von mir gebraucht, meine Liebe durch dein Leben sichtbar zu machen und weiter zu sagen. Damit nimmt uns Jesus sehr tiefe Fragen ab, die die Menschen schon immer bewegt haben: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was gibt dem Leben Grund, Halt und Richtung?
Jesus rief ‚die Zwölf’ und sandte sie aus mit der „Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben“. Der sendende Herr hat denen, die er zu sich gerufen hatte, mit seinem eigenen Geist ‚bevollmächtigt’, damit sie den Kampf gegen die Ungeister, die ‚unreinen Geister’ antreten konnten. Wir kennen diese Ungeister, weil sie in jeder Generation von neuem am Werk sind. Es sind die unreinen Geister der Lüge, des Streites und des Hasses; und es sind die Suchtgeister der Ichsucht, der Habsucht, der Eifersucht, der Ehrsucht und der Machtsucht. – Wir selber sind ebenfalls von Jesus bevollmächtigt mit seinem Geist. Träger dieses Geistes sind wir seit der Taufe und der Firmung. Bei jedem Sakramentenempfang werden wir damit neu bestärkt. Außer den eben genannten Ungeistern sind in unserer Zeit unreine Geister und dämonische Kräfte zum Teil schmerzlich erfahrbar im Mobbing am Arbeitsplatz, in der Verharmlosung von Gewalt, im vermessenen Eingriff des menschlichen Lebens (Stichwort Gen-Manipulation und Klonen!), in der fatalen Haltung des „Alles ist erlaubt“, in der Ausbeutung unserer Arbeitskraft, in Preistreiberei und Mietwucher, im unfairen Machtkampf in Gesellschaft und Politik.
Unsere missionarische Aufgabe, unser aller Sendungsauftrag ist es, dagegen klare Position zu beziehen und anzukämpfen. Mag sein, dass der einzelne von uns hierfür zu schwach und zu überfordert ist. Aber gemeinsam, d.h. innerhalb der kirchlich organisierten Gruppen und Verbände können wir als die mit dem Geist Jesu Bevollmächtigten gegen diese dunklen Mächte antreten. Ich denke, eine ganze Reihe von uns sind Mitglieder entweder der Kolpingsfamilie, der KAB, des Frauenbundes, der Landvolkbewegung oder der Marianischen Männerkongregation. Gemeinsame Protestaktionen bzw. Protestschreiben können bei den politischen Verantwortungsträgern durchaus etwas bewirken.
Was ist die Grundlage unserer persönlichen Sendung? Den Jüngern gebietet der Meister: „Nehmt nichts mit auf den Weg: kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd“. Radikal fordert Jesus von seinen Jüngern bei ihrer Aussendung als „Grundlage“ das völlige „Ohne“: ohne Ehe und Familie, ohne Besitz, ohne Heimat. Die Jünger sollen nicht nur bei ihm sein, sondern sollen sein wie er. „Der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“, sagt Jesus über sich selbst (Mt 8,20). Im völligen „Ohne alles“ soll nur das Vertrauen, und zwar das totale Vertrauen in Gottes Fürsorge Platz haben. Genau das ist auch die Grundlage für unsere missionarische Sendung: das volle Vertrauen in das Dasein Gottes und in das von ihm allein ausgehende schöpferische und lebensspendende Wirken. In dieser Haltung des totalen Vertrauens, dass Gott mit uns ist und in Jesus Christus unseren Lebensweg mitgeht, können wir andere Menschen an unserem Leben teilhaben lassen, gerade auch, wenn es nicht glatt und problemlos verläuft. „Wo dieses ‚Zeugnis des Lebens’ gegeben wird“, schrieb der Erfurter Bischof Joachim Wanke vor gut zwei Jahren in einem programmatischen Brief „über den Missionsauftrag der Kirche in Deutschland“, „da öffnen sich Türen und Herzen. Da bekommen andere Mut, ebenfalls christliches Verhalten zu ‚erproben’. Da erhalten alte Werte auf einmal wieder neuen Glanz, Worte etwa wie: Ehrfurcht und Staunen, Mitleid und Fürsorge, Selbstbegrenzung und Maß“. Diese christlichen Grundhaltungen sind derzeit wieder hochaktuell: Ehrfurcht vor dem Leben – vor dem geborenen wie vor dem noch ungeborenen – entgegen einer verbreiteten lebensfeindlichen und lebenszerstörenden Denk- und Handlungsweise; Staunen über Gottes Schöpfung anstelle deren sinnloser Ausbeutung und Vernichtung; ein Anteil nehmendes Mitleiden in unserer gefühlskalten „Wegseh-Gesellschaft“; echte Fürsorge statt ängstlicher und übertriebener Ich-Sorge; Selbstbegrenzung und Selbstbescheidung entgegen der selbstsüchtigen Maßlosigkeit. Gerade letzteres müssen wir in unserer schwierigen Zeit der wirtschaftlichen Rezession wieder mühsam lernen. Bischof Wanke stellt fest: „Christen wissen um Hoffnungsgüter, von denen die Zukunft leben wird“. Zu unserer missionarischen Sendung gehört es, diese christlichen Grundhaltungen und Hoffnungsgüter wieder mit Leben zu erfüllen, im eigenen Leben zum Leuchten zu bringen.
Wahre Hörer der Botschaft Jesu sind wir erst dann, wenn uns sein Wort Beine macht, zum Handeln bewegt. „Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln“, sagt Jesus (Lk 8,21). Und der Jakobusbrief enthält die Mahnung: Hört bdas Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst.“ (Jak 1,22).
„Die Zwölf“, von denen unser Evangelium berichtet, haben das ihnen zugesprochene Wort Jesu nicht nur angehört. Wir lauschen – manchmal oder öfter – andächtig der Sonntagspredigt zu. Anschließend sagen wir vielleicht: „Schön hat er gepredigt, der Pfarrer.“ Doch bei der Rückfrage „Was hat er denn gesagt, der Pfarrer?“, antworten wir: „Das hab’ ich wieder vergessen.“ Jesu Jünger dagegen, denen Jesus sein Wort mitgeteilt hat, hörten und handelten. Unser Evangelium endet so: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.“ Das war das missionarische Tun der Apostel. Dieses missionarische Handeln hat sich durch die ganze Geschichte der Kirche fortgesetzt.
Wo ist unser missionarisches Handeln heute? Es geht dabei nicht um den „Jesus-liebt-dich-Schrei“, den wir beispielsweise in Münchens Fußgängerzone zwischen ‚Stachus’ und Rathaus hören können. Es geht um unser eigenes Tun – um Jesu willen: um unser geduldiges Ohr, um unsere erbarmende Zuwendung, um den Einsatz unserer kostbaren Zeit, um unser verzeihendes Wort, um unsere liebevollen Gesten gegenseitiger Annahme. Nochmals lasse ich den Erfurter Bischof zu Wort kommen. Er sagt: „Es muss sich in unserem ortskirchlichen Umfeld herumsprechen: ‚Da bei der Kirche gibt es Leute, da kannst du einmal hingehen!’ ‚Dort wirst du gut behandelt! Da hat man für dich und deine Anliegen ein Ohr!’ Die Pfarrgemeinde, das Pfarrhaus, die Verbandsgruppe, andere kleine Lebensgruppen von Gläubigen müssen als ‚Orte’ gelebter Christlichkeit, als ‚Orte’ des Erbarmens, möglicher menschlicher Annahme, der mitmenschlichen Nähe bekannt sein. Dass aus einer derartigen Kirche-Berührung dann auch eigene Lebensumkehr folgen muss, steht auf einem anderen Blatt. Umkehr erwächst freilich aus Annahme, nicht umgekehrt. Und jede Annahme, auch jene, die Anforderungen stellt und einen Neuanfang in den Blick nimmt, ist heute für die Menschen wie ein Fest inmitten einer oft harten und unmenschlichen Welt.“
Jesu missionarischer Sendungsauftrag und das konkrete Handeln, das aus dieser Sendung erwächst, ist uns zugesprochen und geht uns an – nicht später einmal, sondern jetzt und sofort; nicht irgendwo, sondern hier an unserem Ort, in unserem unmittelbaren Lebensumfeld.
Maria hat die missionarische Sendung vorbildhaft vorgelebt. Das ihr zugesprochene göttliche Lebenswort heißt: Du Begnadete, der Herr ist mit dir (Lk 1,28). Nach der Botschaft des Engels ist sie bevollmächtigt, göttlich begnadet, Mutter des Sohnes Gottes zu werden. Das ist auch ihre Sendung, nämlich Gottes Wort hineinzugebären in die Welt. Sie gibt dem göttlichen Boten ihre vorbehaltlose Antwort: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Ihre einzige Sicherheit ist das unbedingte Vertrauen in das an sie gerichtete Gotteswort. Ihre missionarische Tätigkeit ist das unbedingte Vertrauen in das an sie gerichtete Gotteswort. Ihre missionarische Tätigkeit ist und bleibt es, auf Jesus, ihren lieben Sohn, hinzuweisen – gütig, liebevoll, aber auch flehentlich: Was er euch sagt, das tut! (Joh 2,5)
O Mutter, reich an Güt und Huld, erbarme dich: wir sind in Schuld.
Steh du uns bei an Gottes Thron und zeig uns Jesus, deinen Sohn. (Gl 577,4).



 

Predigt zum Gottesdienst der Städtepartnerschaft zwischen Buja und Vilsbiburg am 27.Mai 2001

SS. Maria ausiliatrice e la madonna dei fornaciai

Liebe Schwestern und Brüder,

die Städtepartnerschaft zwischen Buja und Vilsbiburg, die wir mit diesen Festtagen besiegeln, hat ihren Ursprung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aufgrund der industriellen Revolution und des damit verbundendenen Baubooms waren Arbeitskräfte Mangelware. Auf der Suche nach Arbeitern im Ziegeleihandwerk kam es zu Kontakten mit Friaul. Hier hatte die Ziegelei eine große Tradition. Ausserdem gab es in und um Buja bessere Facharbeiter als hierzulande. Die durch Krieg und Erdbeben in Not geratenen friaulischen Fornaciai (Ziegelpatscher) zogen im 19. Jahrhundert in Sippenstärke mit Frau und Kindern aus dem Friaul im Frühjahr über die Alpen, um im Spätherbst wieder heimzukehren. Der Großvater des heute hier anwesenden Herrn Dr. Pierluigi Calligaro aus Buja, war einer der Ansprechpartner für die Ziegeleibesitzer. Der Akkordant forderte schon im Winter in der Heimatgemeinde Leute auf, im Frühjahr mit ihm nach „Baviera“ zu gehen.
Nach einem zwei-Wochen-Marsch gelangten die Arbeiter mit eigenen Werkzeugen, Polentakesseln, und -säcken in unsere Gegend, waren geschätzt wegen ihrer Fachkompetenz, wurden aber auch ausgenutzt. Gerade die ersten friaulischen Gastarbeiter arbeiteten überwiegend für einen Hungerlohn und noch Ende des 19. Jahrhunderts war auch Kinderarbeit in vielen Ziegeleien normal. Eines der Kinder, die als Fornaciai in den Norden mitgegangen waren, war der aus Buja stammende friulanische Dichter Piettro Menis. Er erzählt von seinen ersten Erfahrungen in Ziegeleien bzw. mit Ziegeleiarbeitern und von der Mühsal und den Entbehrungen nicht nur körperlicher Art, denen er bei der Kinderarbeit ausgesetzt war. „Als ich das erstemal nach Deutschland fuhr, war ich nicht viel älter als zehn Jahre; ich hatte noch nie einen Zug bestiegen und hatte von der Welt noch nichts gesehen als Gemona und die Hügel von Morenici. Ich zitterte vor Kälte und Angst. Die Sonne war in einen Schleier gehüllt, groß und rot ging sie unter. Jemand sagte ‘jetzt macht deine Mutter zuhause Polenta ... und du bist hier’ ... und ich fing an zu weinen.
Liebe Schwestern, liebe Brüder;
Heimweh ist ein Gefühl, das vielleicht schon viele unter uns gespürt haben.
Egal, welches Zuhause wir haben, in der friaulischen Stadt Buja oder in der bayerischen Stadt Vilsbiburg: Fern der Heimat fühlt man sich fremd, fehlt die heimatliche Geborgenheit. Die Ziegeleiarbeiter, die Fornaciai gingen jedoch auf die Suche. Sie fanden etwas, das sie an ihre Heimat erinnerte. Es ist der Ort, in dem wir jetzt sind, die Bergkirche Maria Hilf. Denn in der Kirche gibt es keine Fremden. In der Familie der Christenheit ist jeder zuhause, egal wo er ist.
Die ganzen Probleme, staatlicherseits, europäischerseits, Zuwanderung, doppelte Staatsangehörigkeit, Green Card, spielen in der Kirche keine Rolle.
Wenn einer getauft ist, braucht er keinen Pass. Er gehört zur Gemeinschaft der Getauften, jede Kirche ist seine Heimat. Wenn sich die Fornaciai damals in Maria Hilf zu Hause gefühlt haben, dann war es ganz im Sinne Gottes. Diese Einheit hat Jesus begründet, indem er die Taufe gestiftet hat. Da kann man sich freuen darüber: Von Gott her, sind wir eine Familie, sind wir Kinder Gottes, egal welche Sprache wir sprechen, ob wir Polenta oder Knödel essen.
Europäisch gesehen sind wir ja dabei, Einheit zu suchen. Wir haben den gleichen Pass, das gleiche Passformat, ob italienisch oder deutsch. Innerhalb der EG sprechen wir nicht mehr von Ausländern. Nächstes Jahr wird der EURO eingeführt. Es war und ist mühsam, was in Europa erreicht werden will. In der Kirche ist jedoch die Einheit, die wir europäisch suchen, schon da. Was in Europa jetzt erreicht werden will durch Verordnungen von oben, ist kirchlich schon immer gewesen. Wer getauft ist, braucht keinen Pass. Es ist der Wunsch Jesu: Durch die Taufe sollen alle eins sein. Seitdem es Kirche gibt, seit Pfingsten, sind alle, die sich von Christus angezogen fühlen, in der Kirche, im Gotteshaus zu Hause.
Was die Fornaciai noch bewegte, die Bergkirche Maria Sanctissima Auxiliatrix zu ihrer Hauskirche in der Fremde zu machen, war die Marienfrömmigkeit. Die Madonna wird von den Christen im Friaul gleichermaßen verehrt wie in Bayern. Die Fornaciai nahmen in innerer und äußerer Not ihre Zuflucht beim Gandenbild der Gottesmutter. Hinter unserem Maria Hilf Bild erkannten sie ihre Madonna, ihre Patrona dei Fornaciai, eine Statue aus Lehm, gebrannt von Ziegeleiarbeitern aus Buja, die von ihnen in die Heimat gebracht und am 21.11.1876 in der Kirche von Avilla/Buja aufgestellt wurde. Es gibt ein Gebet der Ziegelarbeiter zur Verehrung der Patrona dei Fornaciai, das in besonderer Weise wie auch unser Vilsbiburger Pilgerlied die Zuwendungen Marias besingt, durch die der Beter tiefe Geborgenheit und Heimat erfährt.
Liebe Schwestern, liebe Brüder;
Bei der Städtpartnerschaft kommen wir uns näher und vielleicht werden in den kommenden Jahren die Verbindungen noch intensiver. Damit leisten wir neben aller menschlicher Bereicherung unseren Dienst im Rahmen der europäischen Einigung. Dieser Gottesdienst, unser gemeinsames Beten und Danken, kann uns helfen, diese Einheit zu vervollkommnen.
Denn als gläubige Christen sind wir schon vereint:
1. Wir sind vereint durch unsere gemeinsame Taufe, zu der schon Petrus am Pfingsttag einlädt.
2. Wir sind vereint im Haus Gottes, denn für Gott gibt es keine Fremden, alle die zu ihm kommen, ihn loben und preisen sind seine Kinder.
3. Wir sind vereint durch die gemeinsame Zuneigung zur Madonna. Zur Maria Sanctissima Auxiliatrix in Vilsbiburg und zur Patrona dei Fornaciai in Avilla/Buja.

So beten unsere Wallfahrer im Vilsbiburger Pilgerlied:

„Und was uns bedränget in Leid und Schmerz,
in Mühen und Kämpfen und Sorgen,
wir eilen zur Mutter, ans gütige Herz;
da sind wir in Liebe geborgen.
O Mutter der Gnade, Maria hilf!“

So beten die Ziegelarbeiter zur Verehrung der Madonna:

„O Seligste Jungfrau, Heil aller, die zu Dir
flehen, sieh gnädig auf deine Kinder, die in der Heimat
und in der Fremde arbeiten, um Ziegel für
die Häuser Gottes und der Menschen herzustellen.

In Dein mütterliches Herz haben sie die Sorge
für ihre ferne Familie und die Gefahren
ihres mühevollen Lebens gelegt.

Hilf uns, Mutter des Heiles, in der Arbeit
und in den täglichen Nöten und gib uns
die Kraft, wenn unsere Hände die Erde formen,
dass unsere Augen sich nicht von der himmlischen Heimat abwenden.

Amen.“


 

Fatimapredigt im Juni 2003 durch Pater Anton Huber, Parzham (Rottal)

Maria, die betende Jungfrau

Zum Glauben gehört das Gebet – und wer könnte uns mehr Anleitung zum rechten Beten geben als Maria.
- Als betende Jungfrau sehen wir Maria beim Besuch bei Elisabeth, die Maria selig preist, weil sie „geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“. Maria antwortet mit einem Lobpreis Gottes, dem Magnifikat. Sie lenkt das Lob von sich ab – hin auf Gott, dem schließlich alle Ehre gebührt; es ist ein Lob- und Danklied – auch für uns nach 2000 Jahren: Denn Großes tut der Herr an einem Menschen in der Taufe: er erhöht die Niedrigen. Großes tut der Herr an uns, wenn er zu uns kommt in der hl. Kommunion: er sättigt die Hungernden. Großes tut der Herr an uns, wenn wir im Bußsakrament seine Barmherzigkeit erfahren: hier währt sein Erbarmen von Geschlecht zu Geschlecht. Im Magnifikat sehen wir, wie viel Grund wir haben zum dankenden Lobpreis – und den sprechen wir vor allem beim gemeinsamen Gottesdienst aus (Eucharistie = Danksagung).
- Die betende Jungfrau begegnet uns wieder in Kana, wo sie ihren Sohn um Hilfe bittet: „Sie haben keinen Wein mehr“. Ihr war nicht entgangen, dass den Hochzeitsleuten der Wein zu früh ausging. Die Antwort Jesu überrascht: Was willst du von mir Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen. D.h. menschliche Beziehungen sind für das Tun Jesu nicht maßgebend – für ihn gilt der Willen des Vaters. Überraschend ist aber auch das Verhalten Mariens, die sich gar nicht um die Abweisung kümmert, sondern den Dienern ihre Anweisung gibt: „Was er euch sagt, das tut!“ Sie hat das feste Vertrauen, dass Jesus ihrer Bitte nachkommt. Und dieses Vertrauen wird belohnt.
- Beten heißt auch bitten. Das hat uns Jesus im Vater-unser gelehrt. Wenn wir wie Maria im Glauben und Vertrauen bitten, dann gilt die Verheißung: „Bittet und ihr werdet empfangen“. Freilich gelten für Gott andere Maßstäbe, so dass unsere Bitten nicht wörtlich erfüllt werden; für einen tief gläubig Betenden werden sich unsere Maßstäbe wandeln: da verliert an Bedeutung, was uns bisher wichtig war – und es bekommt Gewicht, das wir bisher kaum beachtet haben. Denn Gott erhört uns so, dass wir zu tieferem Glauben kommen.
- Zum letzten Mal begegnet uns Maria nach der Himmelfahrt im Gebet im Kreis der Jünger, der jungen Kirche: Einmütig verharrten die Apostel zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu .... Maria ist also betend gegenwärtig in der jungen Kirche und in der Kirche aller Zeiten. Sie trägt das Gebet der Kirche – unser Gebet. „Einmütig“ wird dieses Gebet genannt. So muss unser Beten auch immer ein Gebet in und mit der Gemeinschaft der Kirche sein.

Wenn wir mit und wie Maria beten, dann ist unser Beten immer zuerst dankender Lobpreis, dann aber auch vertrauensvolles Bitten.


 

100 jähriges Jubiläum des Imkervereins Vilsbiburg in Maria Hilf

Die Sommerbiene und das ewige Leben

Assergewöhnlich viele Bienenvölker haben den Winter nicht überlebt. Das haben nicht nur die Zeitungen geschrieben oder die Nachrichten berichtet. Auch viele Imker bei uns haben diese schmerzvolle Erfahrung gemacht. Die Hälfte, ja drei Viertel und noch mehr sind eingegangen. Als ich einem Freund von unserem Imkerfest erzählte, das wir heute in Maria Hilf feiern, sagte er überrascht: Ich dachte, es gibt keine Bienen mehr. Das meinte er ernst, aufgrund der Hiobsbotschaften durch Zeitung, Radio und Fernsehen.
Dabei sind die Bienen so wertvoll. Ohne sie gäbe es keine Osterkerze. Sie brennt noch bis Pfingsten und muss einen bestimmten Anteil an Bienenwachs haben. Im Osterlob der Osternacht heisst es nämlich: Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet. Dieses Exultet, wie wir es auch bezeichnen gehört zu den ehrwürdigsten Gebeten und Gesängen unseres Glaubens. Eine Osterkerze ohne Bienenwachs ist keine Kerze, die von der Auferstehung Jesu kündet. Unsere Kirche ist eine Wallfahrtskirche und da werden mehr Kerzen angezündet als anderswo. Die moderne Kerze ist aber nur ein Notersatz. Sie brennt nicht so gut. Die Bienenwachskerze leuchtet besser und hat den großen Vorteil, dass sie Duft verbreitet (da können die besten Aromakerzen nicht mithalten). Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet. Die Osterkerze soll so den Wohlgeruch Christi verbreiten. Gäbe es keine Bienen mehr, müssten wir neben der Osterkerze auch auf den Honig verzichten, für deren Ertrag sich die kleine Biene im Frühjahr und Sommer verzehrt.
Die Arbeiterbiene lebt während der Sommerszeit nur ein paar Wochen. Wenn sie schlüpft ist sie als Jungbiene Amme für die Bienenlarven, dann wird sie Wächterin und verteidigt den Bienenstock vor nicht willkommenen Besuchern und schließlich wird sie Sammelbiene. Beim ersten Sonnenstrahl am Morgen geht es los bis hinein ins Abendrot. Ausfliegen – suchen und sammeln – von Blüte zu Blüte, von Baum zu Baum fliegen – wieder heim – Ernte abgeben – wieder ausfliegen usw. und das ohne Pause und ohne Urlaub. Ein unendlicher Einsatz bis sie stirbt die Biene. Ein Engagement von morgens bis abends und das nur ein paar Wochen lang. Das würde doch kein Gewerkschaftsführer zulassen. Für 4 Wochen den ganzen Einsatz. Und wofür: Für das Bienenvolk, für die Königin, für die Fortpflanzung? Nein, das ist nicht alles. Es gibt einen tieferen Sinn, der weitaus bedeutender ist: Das Entscheidende bringt die Biene der Natur. Die Bienen, die als ganzes Volk überwintern, können im Frühjahr mit einer ganzen Armee Blumen, Sträucher und Bäume befruchten. Das schaffen andere Insekten nicht, bei denen erst mühsam so etwas wie ein Staat aufgebaut werden muss. Für sich selbst hat die Biene eine schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung. Für die Natur ist das enorm, was schon eine Biene allein in den paar Wochen leistet an Befruchtung und noch mehr ein ganzes Volk. Das kurze Lebensalter der Biene bringt der Natur unwahrscheinlich viel. Wenn ich das so betrachte, kommt mir sehr schnell das Bild Jesu in den Sinn. Wie war denn beim ihm die Kosten-Nutzen-Rechnung? Die drei öffentlichen Lebensjahre Jesu. Was brachten sie? Die Kirche? Manche sind froh darüber, andere sagen, es wäre besser wenn es sie nicht gäbe. Jesus hat alles eingesetzt, wie eine Sommerbiene, hat sich nicht geschont, hat sein Leben hingegeben. Wie für die Biene war es für Jesus selber auch eine schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung aber für die Weltgeschichte, für die Menschheit bis zum Ende aller Tage ungeheuer viel. Jeder Mensch vor und nach Christus kann durch diese 3 letzten Lebensjahre Jesu das neue, das ewige Leben gewinnen.
Für die Biene ist der Gewinn gering, sie hat kein Privatleben, ihr Leben für den Bienenstock, für die Königin, für die Vermehrung, für den Imker, für die Obsthändler und Rapsbauern das wäre sicher zu wenig. Aber ihr Mühen um die Natur macht ihr Dasein unverzichtbar.
Für Jesus selbst ist es auch eine schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung, er hat sich in wenigen Jahren für die Menschen verzehrt.
Aber nach seiner Auferstehung sagt er seinen Jüngern: „Ich lebe und auch ihr werdet leben“ und das ist eben die Frucht seines Einsatzes, dass wir leben. Alle die an ihn glauben, werden in Ewigkeit leben, so wie alle Blüten, die von der einen Biene befruchtet werden, neue Frucht bringen. Und die Frucht ist ja das ewige Leben. Die Frucht des Glaubens an Christus ist für uns das ewige Leben.
3 Jahre Jesu haben allen Menschen, die je auf der Erde gelebt haben und noch leben werden die Frucht des ewigen Lebens geschenkt. Und wer glaubt, wer vertraut hat jetzt schon das ewige Leben. Amen.


 

Fatimapredigt im Mai 2003 von Dr. Wolfgang Vogl, Direktor der Diözesanstelle für geistliche Berufe im Bistum Regensburg

Berufung zur Liebe

Auf der Hochzeit zu Kana eilt Maria im Glauben voraus. Als Maria ihren Sohn darauf hinweist, dass den Brautleuten der Wein ausgegangen ist, weist er sie zunächst ab, weil ja seine Stunde noch nicht gekommen ist. Aber weil Maria an Jesus glaubt, ihm im Glauben vorauseilt, lässt er die Stunde der Erlösung jetzt schon aufleuchten und wirkt das Wunder der Wasserverwandlung. Und die Jünger kommen durch Maria zum Glauben an Jesus; sie können glauben, weil ihnen Maria im Glauben vorausgeeilt ist.
Am Ostermorgen ist es wieder eine Frau, die den Jüngern im Glauben vorauseilt: Maria Magdalena.
Sie eilt mit ihrer Intuition zum Grab voraus und darf als erster Mensch dem Auferstandenen begegnen. Hier begegnen wir einem Grundgesetz der Schöpfung: Die Berufung der Frau ist es, im Glauben vorauszueilen, im Herzen der Kirche sein, im Stillen und im Verborgenen eine Atmosphäre des Glaubens und der Liebe zu schaffen. Maria zeigt uns das Wesen der Berufung der Frau, die nach dem Willen des Schöpfers eine Hilfe für den Menschen sein soll (Gen 2,18). Wie oft musste Jesus zu den Jüngern sagen: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Warum hast du gezweifelt, du Kleingläubiger?“ Maria aber ist ganz selig, weil sie glaubt (Lk 1,45) und den Aposteln im Glauben vorauseilt. Und als Jesus vom Kreuz herab Maria dem Johannes zur Mutter gibt, da übergibt er die Frau voll des Glaubens den Aposteln und damit der Kirche als Hilfe. Und in der schweren Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten, als sich die Apostel aus Furcht vor den Juden im Abendmahlssaal einschließen, da holen sie Maria in ihre Mitte, um im Glauben gestärkt zu werden, denn Maria eilt den Aposteln immer im Glauben voraus.
Die kleine hl. Therese von Lisieux wäre so gerne Priester geworden. Aber sie verharrte nicht bei diesem Gedanken, hörte auf, sich ständig mit dem Mann zu vergleichen, begriff sich ganz als Tochter Gottes und konnte so ihre ureigenste Berufung als Frau und Nonne finden: „Meine Berufung ist die Liebe. Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, will ich die Liebe sein.“ Schöner kann man die Berufung der Frau, wie sie von der Schöpfungsordnung und von Maria her vorgegeben ist, nicht mehr ausdrücken! Maria war und ist Herz, Seele und Mitte der Kirche und jede Frau ist auch dazu berufen. Die Kirche ist schon weiblich, weil sie ein weibliches Herz hat. Das männlich-petrinische Amt ist der weiblich-marianischen Kirche eingeordnet und kann niemals das verborgene, innerliche Herz der Kirche sein; es ist vielmehr die heilsvermittelnde Hand der Kirche nach außen hin. Aber das Amt braucht, um wirken zu können, das Herz – die Kirche braucht Maria und den verborgenen Dienst christlicher Frauen als Seele und Mitte der Kirche!
So ist es die Berufung der Frau, als Ordensfrau in der Kirche Herz und Hilfe der Amtsträger zu sein und diese im Glauben zu stärken; oder als Mutter und Ehefrau in der Hauskirche der Familie den Ehemännern und Kindern im Glauben vorauszueilen und der Familie eine Seele zu geben, eine Atmosphäre des Glaubens und der Liebe.
Die Berufung des Mannes ist es, als Priester in der Person Jesu Christi das Volk Gottes als Hirte zu leiten, den überlieferten Glauben weiterzugeben und die Sakramente zu spenden; oder als Ehemann und Vater die Hauskirche der Familie zu schützen und nach außen hin zu leiten. Viel Segen käme auf unsere Kirche herab, wenn wir die Berufung von Mann und Frau von der Schöpfungsordnung und von der Heilsordnung und damit von Jesus und Maria her beherzigen würden. Wir würden uns nicht mehr als Konkurrenten fühlen, sondern wären glücklich in der jeweils von Gott zugedachten Berufung.


 

4. Sonntag in der Osterzeit

Die gute Hirtin "Mutter"

Sicher haben manche unter uns heute schon Muttertag gefeiert. Wenn ich an meine Kinderzeit zurückdenke, sind meine Schwester und ich an diesem Tag in aller Frühe aufgestanden, haben den Frühstückstisch hergerichtet, Blumen aus dem Garten geholt und damit den Tisch geschmückt, selber das Zimmer aufgeräumt, die Betten gemacht. Für all ihre Sorge und Mühe wollten wir danken. Freilich hat meine Mutter bei aller Freude darüber auch hingewiesen, wir sollten das ruhig öfters tun und ihr manche Arbeit, Mühe und Plage auch an anderen Tagen abnehmen oder mithelfen.
Der Muttertag ist, denke ich, sehr wertvoll, weil er uns ins Bewusstsein ruft, welch großes Geschenk wir mit unseren Müttern haben, jeder mit seiner Mutter. Ihr Dasein für die Familie ist keine Selbstverständlichkeit. Manche sagen: Bei mir geht es nicht. Diesen Tag kann ich nicht feiern: Meine Mutter ist schon gestorben oder hat die Familie verlassen aus welchen Gründen auch immer. Der eine oder andere geht ans Grab und zündet aus Dankbarkeit eine Kerze an. Wenn die Mutter fehlt, bleibt eine Lücke. Diese Wunde schließt sich nie. Auch deswegen ist der Muttertag sinnvoll, weil er hilft, zu danken und zu trauern aber v.a. weil er wieder neu ins Bewusstsein erhebt, welch großes Geschenk wir mit unseren Müttern haben oder gehabt haben. Sie haben uns das Leben geschenkt und viel von ihrer Lebenszeit und Lebenskraft für uns investiert. Da möchte ich einen Vergleich wagen mit dem guten Hirten unseres Evangeliums. Mütter und Hirten ist die Sorge gemeinsam: Sie sind bestrebt ihre Kinder zu schützen. Wenn es hart auf hart geht können Mütter ihre Söhne oder Töchter sehr gut verteidigen gegen Lehrer, die sie ungerecht auftreten sehen. Das sieht man ja schon bei den Tiermüttern. Eine Hasenmutter stellt sich sogar einem Falken entgegen, wenn sie ihre Jungen bedroht sieht. Da sind Ähnlichkeiten: Der Hirte kämpft gegen den Wolf und die Mütter verteidigen in der Regel ihre Kinder gegen alles was sie bedroht, von außen und auch von innen, z.B. gegen Krankheiten oder die Drogensucht. Die Mütter sorgen für ihre Kinder, so lange sie leben. So bleibt man auch in reiferen Jahren noch Kind. Die Sorge der Mutter bleibt. Oft ist uns das zu selbstverständlich. Deswegen hat der Muttertag schon seinen Sinn. Mancher denkt heute in Dankbarkeit und Wehmut an seine Mutter zurück, die jetzt fehlt.
Ähnlich wie mit den besorgten Müttern ist es mit der Sorge des Hirten Jesus, der uns jeden Sonntag zusammenruft zum Mahl der Eucharistie. Vielleicht ist uns manchmal unsere Teilnahme am Sonntagsgottesdienst zu selbstverständlich geworden. Dieser Gottesdienst, der uns nährt für das ewige Leben, wie es heisst: „Wer von diesem Brot ist, wird leben in Ewigkeit“. Das ist das Kostbare und Unglaubliche: Der Herr gibt uns dieses Brot des Himmels. Damit beschränkt sich seine Hirtensorge nicht wie bei den Müttern auf dieses Leben, sondern seine Sorge reicht hinaus und hinein in die Ewigkeit. Jesus ist der gute Hirt. Er sorgt sich um uns, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben.
Die Sorge und Liebe unserer Mütter ist Gegenstand des Muttertags. Sich bewusst werden, es ist nicht selbstverständlich, was unsere Mütter investieren oder dazu beigetragen haben, damit wir leben.
Ähnlich ist es mit der Sorge des Hirten Jesus, der uns jeden Sonntag zusammenruft zum Mahl, so wie die Mutter auch, die dann zum Sonntagsmahl ruft und einen göttlichen Braten bereitet (hoffentlich nicht am Muttertag). Aber seine Sorge, die Sorge Jesu unseres Hirten geht noch weiter über dieses Leben hinaus. Mag uns auch unsere Mutter fehlen oder einmal genommen sein, Jesus bleibt. Er begleitet uns jetzt und bis hinein in die Ewigkeit. Amen.


 

Weißer Sonntag

Friede sei mit euch!

Kennen Sie die ostfriesische Kriegsflagge? Nein? Dann will ich es Ihnen sagen: Weißer Adler auf weißem Grund.
Heute am weißen Sonntag geht es um die Farbe „Weiß“. Das hat mit den frühen Christen zu tun. Tauftermin war in den ersten Jahrhunderten die Osternacht und in der Osterwoche trugen die Neugetauften weiße Kleider, die sie dann am weißen Sonntag feierlich ablegten. Es waren damals ganze Familien und Dorfgemeinschaften, die sich taufen ließen und eine Woche lang durch weiße Gewänder ihr Christsein nach außen hin zeigten.
Zum Weißen Sonntag gehört aber neben den Taufgewändern auch die weiße Fahne. Sie steht für die Ergebung eines Heeres oder Volkes im Krieg und drückt Friedenshoffnung, Friedenssehnsucht, Friedenswunsch aus. Man hat genug davon, länger in Zweifel, Angst und Durcheinander zu leben. Die weiße Fahne, ein Zeichen des Willens zum Frieden.
Das erste Wort Jesu an seine Jünger nach seiner Auferstehung ist der Friedenswunsch: „Der Friede sei mit euch!“ Vom Frieden atmen alle Erzählungen über die Erscheinungen Jesu. Nur in einer friedvollen Atmosphäre kann es gelingen, die Bedeutung des geschichtlichen Weges Jesu von Betlehem bis Golgotha zu erspüren. Das Wahrnehmen der Bedeutung Jesu für uns braucht Zeit und Frieden. So sind die Osterberichte allesamt keine spektakulären Wundergeschichten. Sie sind verhalten, lassen dem Zweifel und der Skepsis eines Thomas Raum. Sie bezeugen in aller Klarheit die Begegnung mit dem Auferstandenen aber in menschlicher Weise: Ist er es? Wirklich? Jesus von Nazaret? Die Osterberichte räumen uns ein voller Fragen zu sein. Der Weg sind nicht knallharte Argumentation und fundamentalistische Glaubenssätze, die auswendig zu lernen und anzunehmen sind. Es geht um ein Begreifen, das Zeit und Frieden voraussetzt, es geht um langsames Tasten und Begreifen. Dieses langsame Herantasten wird für sie zur lebendigen Gewissheit, indem sie ihn dann wiedererkennen, durch das Berühren seiner Wunden, im miteinander Essen. Schritt für Schritt werden aus Fragenden und Zweifelnden Zeugen der Auferstehung. „Noch viele andere Zeichen, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan“. Sie sind die Augenzeugen, die jetzt den Gekreuzigten als Auferstandenen verkündigen. Begonnen hat es damals am Abend, als er ihnen hinter verschlossenen Türen begegnet. Ihrer Verwirrung steht sein Gruß gegenüber: Friede sei mit euch. Von Zweifel, Angst und Unsicherheit sind die Jünger geprägt. Dagegen setzt Jesus seinen Friedenswunsch: Der Friede sei mit euch.
Friede ist die Frucht der Erlösung, ist Jesu Gabe, ist Erkennungszeichen der Gemeinde Christi. Friede ist der Wunsch Christi für sie, sein Gruß, er überwältigt sie nicht, er lässt ihnen Raum und Zeit, er geht achtvoll mit den Jüngern um; seht, betastet, esst und trinkt... So führt er sie langsam den Weg der Erkenntnis und öffnet ihnen so die Augen: Wenn der Papst mit beinahe pazifistischem Ton Frieden gefordert hat und immer wieder anmahnt, tut er das aus der Verantwortung vor Christus: Denn der Friede Christi ist das Geschenk von Ostern, das uns aber auch herausfordert, Stellung zu beziehen. Frieden zu empfangen ist eine österliche Gabe, ihn weiterzugeben liegt in unserer Verantwortung dort wo wir leben: zwischen Ehepartnern, in der Familie, unter Geschwistern, mit der Nachbarschaft, zwischen den Generationen, Religionen und Völkern. Dabei kann Friede nicht hergestellt, von oben diktiert werden. Es ist ein Wunsch, eine Vision, die hineingesprochen wird in eine friedlose Situation von Zweifel, Angst und Durcheinander. Es ist die offene Hand, die dem andern entgegengestreckt wird, es ist der Mut zu einem Gespräch, es ist achtvoller Umgang miteinander. Beim Friedensgebet zwischen den Religionen in Assisi vor einigen Jahren war dies spürbar als sich Vertreter der verschiedenen Religionen trafen, um miteinander zu sprechen und zu beten. Manche sprechen vom Weltgewissen, das sich da versammelt hat. Leider wird es zu wenig gehört in Zeiten, in denen der Krieg wieder zum legitimen Mittel zu werden scheint, das durch vieles gerechtfertigt wird, sogar durch die Ölpreise. Es gibt ein großes Weltgewissen etwa durch den Papst oder den Dalai Lama.
Wie können aber wir zu Friedensaposteln werden. Dazu eine kleine Geschichte vom heiligen Franziskus, der, wie es die Leute sagten, "Jesus im Herzen, im Mund, in den Ohren, in den Händen, in allen Gliedern trug" (1 Celano 4).
Franziskus schlug einem jungen Mönch vor, sie wollten in die Stadt gehen und dort den Leuten vom Frieden predigen. So machten sie sich auf den Weg nach Assisi. Sie gingen über die Straßen und über den Marktplatz und unterhielten sich dabei über ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse. Erst als sie wieder auf dem Weg nach Hause waren, rief der junge Mönch erschrocken aus: „Aber Vater, wir haben vergessen zu predigen!“
Franziskus legte lächelnd die Hand auf die Schulter des jungen Mannes. „Wir haben die ganze Zeit nichts anderes getan, mein Sohn, antwortete er. Wir wurden beobachtet, und Teile unseres Gespräches wurden mitgehört. Unsere Gesichter und unser Verhalten wurden gesehen. So haben wir gepredigt.“
Dann fügte er hinzu: „Merke dir, mein Sohn, es hat keinen Sinn, zu gehen, um zu predigen, wenn wir nicht beim Gehen predigen.“


 

Ostern 2003

Die Arznei der Unsterblichkeit

Gibt es ein Kraut gegen den Tod? Die Antwort ist, Ja! So ein Kraut gibt es. Diese Feststellung ist provokativ. Mancher wird skeptisch weiter fragen: Wie sieht dann dieses Kraut aus, was ist das für ein Heilmittel das den Tod verhindert, ja überwindet? Die Antwort: Eigentlich ist es gar kein Kraut, es ist ein Brot, das Brot der Eucharistie. Und wer reicht uns dieses? Es ist Jesus!
In einer Gemäldegalerie habe ich einmal ein sehr ungewöhnliches Bild gesehen. Da steht Jesus in einer alten Apotheke. Jesus ist dargestellt als Arzt und Apotheker. Dieses Gemälde stammt aus dem 16. Jahrhundert, aus der Renaissance. Damals in der Frühzeit der Medizin war Arzt und Apotheker eins. Ein großer Vertreter war Paracelsus, der Ende des 15. Jahrhunderts geboren wurde. Er war Arzt, Naturphilosoph, Apotheker und Laientheologe in einem. Dieses Bild stammt also aus jener Zeit und Jesus wird dargestellt als Arzt und Apotheker in einem. Er steht in einer alten Apotheke und hinter ihm auf Tisch sind viele Naturheilmittel. Es sind viele Gaben zu sehen, die Gott uns gewährt für die Gesundheit. In der Mitte steht direkt vor ihm auf dieser Theke eine kleine Monstranz. Der Arzt und Apotheker Jesus verweist mit seiner durchbohrten Hand auf das Brot des Lebens. Er zeigt auf die Hostie, die in der Monstranz ausgestellt und von Naturheilmitteln umgeben ist. In diesem Bild reicht Jesus uns dieses Medikament als Arznei der Unsterblichkeit. Das erinnert mich an das stille Kommuniongebet des Priesters nach der Kommunion bei der Reinigung von Hostienschale und Kelch, wenn er für sich betet: „Was wir mit dem Munde empfangen haben, Herr, das lass uns mit reinem Herzen aufnehmen, und diese zeitliche Speise werde uns zur Arznei der Unsterblichkeit.“ Dieser Arzt Jesus, der uns das Brot des Lebens reicht, dieses Medikament gegen den Tod, kann aber nur wirken, wenn etwas geschieht, was immer zwischen Arzt und Patienten geschehen muss.

1. Wir müssen ihm voll vertrauen
2. Wir müssen seine Weisungen beachten
3. Wir müssen das Brot des Lebens regelmäßig einnehmen

Also einmal: An diesen Arzt glauben. Da müsste man das Vertrauen zu Christus vertiefen. Das bedeutet: Ihm alles zutrauen , alles Gute.
Dann: Jesu Weisungen beachten, wie wir sie besonders in der Bergpredigt, in den Evangelien finden. Und schließlich: Wir müssen diese Gabe des Lebens empfangen aber nicht nur einfach so. Sondern wirklich dankbar aufnehmen und immer wieder suchen. Vielleicht sind heute manche unter uns, die nicht regelmäßig diese Arznei der Unsterblichkeit empfangen, weil sie eben nur Ostern und Weihnachten in die Kirche gehen. Sie möchte ich ermutigen, öfter dieses Heilmittel gegen den Tod in Regelmäßigkeit einzunehmen, wie wir es auch bei anderen Mitteln tun, wenn es um unsere irdische Gesundheit geht. Früher hat man gesagt und das ist auch heute aktuell: Für mein Seelenheil muss ich auch etwas tun!
Jesus, der Arzt und Apotheker reicht uns das Brot der Eucharistie. Wir müssen Vertrauen haben und seine Weisungen beachten wie bei einem Arzt. Und: Wir sollen die Arznei der Unsterblichkeit mit gläubigem und sehnsuchtsvollem Herzen einnehmen, in uns aufnehmen und daraus leben d.h. jetzt schon und aus dieser Kraft die Auferstehung gewinnen. Da geht es um nichts geringeres als um das Heil meiner Seele.
Wer das Brot des Lebens gewinnt, dem ist das größte Geschenk zuteil geworden, das sich ein Mensch vorstellen kann. Das ist ja das, was Tausende gesucht haben: Dieses Kraut gegen den Tod, gegen den ewigen Tod. Und wer sich freut, der musiziert oder singt. Nicht nur hier auf Erden. Auch im Himmel, heißt es, wird musiziert und gesungen. Und weil diese Freude ihren Ausdruck braucht, ist es gut, wenn sie auch Unterstützung findet durch eine Orgel, die Osterfreude. Nicht nur wir empfinden Freude. Es freuen sich ebenso die Engel über die Auferstehung, wie wir dann beten werden. „Darum jubelt in dieser Nacht (heute) der ganze Erdkreis in österlicher Freude, darum preisen dich die himmlischen Mächte und die Chöre der Engel und singen das Lob deiner Herrlichkeit.“ Auf Erden ist es manchmal so: unser Gesang ist zu schwach und zu unsicher; deswegen brauchen wir eine gute Orgel. Da haben wir ein Problem in unserer Maria Hilf Kirche
Wie schön wäre es, wenn wir an einem der nächsten Feste, am nächsten Osterfest oder in 2, 3 Jahren noch eine Helferin hätten für unsere Osterfreude, eine neue Orgel, für die ich gerne um Unterstützung werbe.


 

13.4.2003 Palmsonntag und Marienwallfahrtstag (Segnung der neuen Maria Hilf Rosenkränze)

Zurück zur Quelle des Glaubens

Predigt am 13.4.2003 (Palmsonntag/Fatimatag)

Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.
Ein römischer Soldat findet zum Glauben. Er steht an der Quelle. Am Kreuz als dem Zeichen unendlicher Liebe Gottes zur Menschheit. Ein Soldat findet zum Glauben. Da habe ich vor kurzem einen Bericht gelesen von einem deutschen UNO-Soldaten, der wieder glauben lernte, wie er es beschrieb. Aufgewachsen war er in einer katholischen Familie und hatte von seiner Mutter das Rosenkranzgebet gelernt. Aber als junger Erwachsener wollte er einfach nicht mehr. Er legte nicht nur den Rosenkranz weg, sondern hörte überhaupt mit dem Beten auf; der Kontakt zu Gott riss ab. Nach einigen Jahren wurde er unzufrieden mit seiner Umwelt und mit sich selbst. Ein Kriseneinsatz als Blauhelmsoldat brachte ihn dazu, den Rosenkranz, der für ihn zum Talisman geworden war, wieder zu beten. Er musste die Gesätzchen wieder lernen, weil er alles vergessen hatte. Und ein weiteres Problem war: Wann sollte er denn beten, da er als Wasserwagenfahrer oft von 5 Uhr früh bis 22 Uhr abends unterwegs war. Und wo beten? Im Zimmer war dies kaum möglich, denn da wurde jeden Abend bei Wein und Bier gefeiert. Im Freien konnte man ständig einer Streife in die Arme laufen. So hatte er nur die Möglichkeit, den Rosenkranz während der Fahrt mit dem Wasserwagen zu beten. Es musste leise sein, denn der Beifahrer hätte das nicht begriffen und vielleicht gespottet. Es war wie ein kleines Wunder. Bis auf wenige Ausnahmen, konnte er täglich den Rosenkranz beten. Es war ihm zu einem Anliegen geworden. Er spürte Kraft aus diesem Kontakt mit Gott in diesem Auslandseinsatz. So der Bericht eines UNO-Soldaten. Quelle: Betendes Gottes Volk 2003/1
Liebe Schwestern, liebe Brüder:
In der Kirche gibt es heutzutage viele Anstrengungen und Bemühungen. Enormes wird geleistet im organisatorischen Bereich. Nichts wird dem Zufall überlassen.
Religiöse Veranstaltungen werden kind-, jugend-, und erwachsenengerecht den Bedürfnissen angepasst. Das kostet oft viel Kraft. Die religiöse Botschaft erreicht durch die Medien, Zeitungen und das Fernsehen mehr Menschen denn je. Vor allem die Internetvernetzung schafft weltweite Kommunikation auch in Glaubensdingen. Unsere Wallfahrt Maria Hilf hat seit Mittwoch eine eigene Internetseite. Überall auf der Welt, wenn einer einen Computer mit Internetanschluss hat, kann sich informieren über unsere Termine, Gottesdienste, über Viktrizius Weiß, man kann sogar einen Gang durch unsere Kirche machen zuhause am Monitor.
Die weltweite Vernetzung hilft auch den großen kirchlichen Hilfsorganisationen. Gute Kommunikation vereinfacht und beschleunigt weltweites Helfen.
Da wird viel Gutes getan. Mehr als zu früheren Zeiten. Die Spendenfreudigkeit ist trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage gut. Viele Menschen haben ein Herz für jene, die in Not geraten sind. Durch diesen Liebesdienst wird die Botschaft Jesu Christi verkündet, das ist Uranliegen der Kirche.
Trotzdem sind noch nie so viele Menschen von der Kirche ausgetreten. Eine große Anzahl wenden sich genau von der Kirche ab, die sich um gute Organisation und Transparenz bemüht und zudem versucht sozial gewissenhaft zu sein. Bischof Franz Lackner, Franziskaner und Weihbischof in Graz sieht als Hauptgrund dafür: Wir bemühen uns vergleichsweise wenig um die Ursprünglichkeit des Glaubens. Da bringt er ein sehr anschauliches Bild: „Wir kümmern uns heute sehr um die Gestaltung des Flussbetts. Damit das Wasser ungehindert fließen kann, wird der Bach reguliert; das Flussufer wird verschönert, mit Steinen ausgelegt und am Rande Sträucher angepflanzt. Um die Quelle kümmert sich indessen keiner, die ist nämlich vertrocknet. Was nützt das schönste Flussbett, wenn kein Wasser darin fließt? So ist es auch in der Kirche. Wir müssen uns zuerst um die Quelle des Glaubens bemühen.“ Quelle: Betendes Gottes Volk 2003/1
Es geht um die innere Motivation für das Gute, für alles Mühen und Organisieren. Die Quelle meines Christseins werde ich ständig neu suchen und pflegen müssen. Diesen Ursprung von allem: Gott.
Und da ist nur eines wichtig und notwendig: Das Gebet.
Dieses Jahr ist dem Rosenkranz gewidmet. Durch das Rosenkranzgebet haben Generationen von Menschen aus der Quelle des Glaubens getrunken. Es ist ein wunderbares Gebet. Wenn wir den Rosenkranz mit Andacht beten, so ist das gleichzusetzen mit dem sehnsüchtigen Suchen der Quelle, von der Jesus am Jakobsbrunnen spricht.
Zum Jahr des Rosenkranzes möchten wir heute Rosenkränze weihen, die mit einem kleinen Medaillon unseres Maria Hilf Bildes geschmückt sind. Bei einer Wallfahrt nach Castel monte im Friaul habe ich diese Art der Rosenkränze kennen gelernt. Pfarrer Don Felice aus Buja/Avilla im Friaul hat mir jene Firma aus Mittelitalien in Teramo verraten, die solche Rosenkränze herstellt und in ihre wunderschönen Arbeiten ein Medaillon nach Wunsch einfügen kann.
Der neue Maria Hilf Rosenkranz soll mehr sein als ein Talisman. Er soll uns im Gebet hinführen zu jener Quelle, aus der alles Leben seinen Ursprung hat und seine Vollendung findet. Nach dem Gottesdienst kann man im Vorraum die Rosenkränze erwerben. Der Erlös wird für die Renovierung und den Neubau unserer Orgel verwendet.


Segnung des neuen Maria Hilf Rosenkranzes


V: Herr Jesus Christus, du bist für uns Mensch geworden.
Herr, erbarme dich unser.
A: Herr, erbarme dich unser.

V: Du bist für uns am Kreuz gestorben.
Christus, erbarme dich unser.
A: Christus, erbarme dich unser.

V: Du bist für uns vom Tode auferstanden.
Herr, erbarme dich unser.
A: Herr, erbarme dich unser.


Segensgebet

V: Der Name des Herrn sei gepriesen.
A: Von nun an bis in Ewigkeit.
V: Lasset uns beten:
Herr Jesus Christus, wir glauben und bekennen, dass du aus Maria Mensch geworden bist, wie es der Engel verkündet hat. Maria hat in allem auf Gott vertraut und ist dir bis unters Kreuz nachgefolgt und schließlich hinein in die Ewigkeit.
Wir bitten dich:
Segne+ diese Rosenkränze und jeden, der sie zur Ehre deiner Mutter in die Hand nimmt. Lass alle, die mit Maria die Geheimnisse deines Lebens, deines Leidens und deiner Verherrlichung betend erwägen, immer mehr eindringen in die Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis des Vaters, mit dem du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.